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Chiemsee Summer 2014 // “remember this moment for the rest of our lives”

Eines der kleinen Sommerferienabenteuer, zwei Tage weg und mal was ganz Neues erleben. Macklemore sagte während seinem Konzert, dass man sein erstes Festival niemals vergessen werde, weil es etwas ganz besonderes war. Und auch wenn wir erstmal das Einsteigerpaket mit nur einer Übernachtung gewählt hatten, haben wir so viel Neues kennengelernt, so viel zum ersten Mal getan. Zum ersten Mal alleine mit dem Auto so “weit” weggefahren, zum ersten Mal im Schlamm eingeparkt (und das auf die linke Seite!), zum ersten Mal mindestens 3 oder 4 km vollkommen vollgepackt marschiert, zum ersten Mal ein Zelt aufgebaut (bzw. aufbauen lassen haha), zum ersten Mal zwei Tage durchgehend in Gummistiefel rumlaufen und vielleicht sogar zum Reggaefan werden.

Also wie schon gesagt hatten wir nur ein Tagesticket mit einer Nacht Zelten gebucht, was für uns okay war da wir ja sowieso nur ca. 2 Stunden Anfahrt hatten. Wir sind also hier morgens um halb 10 los, haben beim Bäcker ein spätes Frühstück geholt und dann beim Rewe noch schnell alles Wichtige gekauft (am Tag davor war leider Feiertag): Chips, Cookies, Tetrapacks (im Internet stand nämlich, dass man keine Glas-oder Plastikflaschen mitnehmen darf – kontrolliert wurde dann aber doch nicht), Müllsäcke, Mini-bananen, Hanutas und Caprisonne.
Und dann ab auf die Autobahn und los gings! ( wie ihr erkennt sind die meisten Bilder mit Snapchat gemacht, wurden aber bis auf das erste nie an unsere Freunde abgeschickt, weil wir kein Internet hatten.)

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Als wir dann von der Autobahn runterfuhren, haben wir nach einem kurzen Zwischenstopp bei einem überall bekannten Fastfoodrestaurant das Campinggelände gesucht. Wir sind jedoch erstmal mindestens 3 Mal durchgefahren bis wir irgendeine Idee davon hatten, wo was sein könnte. Dann haben wir einen netten Polizisten gefragt, der uns dann erklärte wo wir parken könnten. Das war so nach einer Stunde ungefähr.
Wir also zum Parkplatz gedüst, J. hat lässig eingeparkt und dann mal irgendeinen seltsamen Typ im Campingstuhl mit Bierdose in der Hand nach dem Weg gefragt.
Der meinte ja, das sind zwei Kilometer bis zur Bändchenausgabe (zu Fuß). Das fanden wir schon weit, aber hey, es war eigentlich noch viel weiter! Zum Glück trafen wir so einen Jungen auf dem Fahrrad, der sich wohl was damit dazuverdient, das Gepäck für die Festivalbesucher rumzufahren. Nachdem wir ihn von 10€ auf 5€ runtergehandelt hatten, radelte er auch schon gleich los – und wir im Stechschritt hinterher.
Achja damit ihr das mit dem Shuttlebus versteht: Eigentlich hatte der Polizist gesagt, dass bei dem Parkplatz gleich ein Shuttlebus wäre, den haben wir aber nie gefunden und der Typ im Campingstuhl hat nur gelacht als wir ihn danach gefragt haben….Snapchat-20140816123749

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Nachdem wir nach der Bändchenausgabe nochmal bestimmt einen Kilometer ohne unseren persönlichen Shuttlebus zurückgelegt hatten, eine halbe Stunde von dem Securitytypen vollgequatscht worden waren, endlich einen freien Zeltplatz gefunden hatten und uns gerade ans Zeltaufbauen machen wollten, fielen wir beide in Ohnmacht.

Okay ganz so krass war es vielleicht nicht, aber J. fiel genau in dem Moment auf, dass wir die Zeltstangen im Auto vergessen hatten. Zur gleichen Zeit fing es auch so richtig zu regnen an. Also haben wir das ganze Zeug in riesengroße Müllsäcke gepackt und ich hab es mir in meiner Regenjacke erstmal gemütlich gemacht, während J. zu ihrem Marathon aufbrach.
In der Stunde (!) in der sie weg war, passierte zunächst nicht viel, außer dass mich die vorbeistapfenden Leute entweder sehr verwundert, belustigt oder mitleidig ansahen.
Doch dann rannte auf einmal ein lebender Müllsack auf mich zu. Eigentlich war es ein Typ in so einem Regenumhang und der schrie mir zu: “Du, warum ist dein Zelt noch nicht aufgebaut? Da kommt gleich ein Unwetter!” (das kam übrigens nicht, aber er hat erstmal den ganzen Zeltplatz in Panik versetzt.)
Ich (gerade dabei einen durchgeweichten Cookie zu essen): “Äh ja wir haben die Zeltstangen vergessen…”
Nachdem er sich vorgestellt hatte, die Situation als scheiße bezeichnet und mir seine momentane Lebenssituation erklärt hatte, führte er mich zu irgendeinem Zeltpavillon von irgendwelchen Leuten mit den Worten : “Die sind nett, geh da einfach hin!” Und da saß ich dann, auf meiner Picknickdecke inmitten von irgendwelchen Leuten, die mir von ihrem Leben erzählten, den verdammten Bohneneintöpfen die sie gestern gegessen hatten und die wohl der Auslöser für den Gestank im Zelt waren.Snapchat-20140816032931

Später stand dann irgendwann auch unser Zelt und wir besichtigten mal das Festivalgelände. Hörten einige coole Bands und obwohl ich Reggae echt nicht als meine Musikrichtung bezeichen würde, fand ich manche wirklich gut!
Shaggy und Macklemore, die Konzerte zu denen wir vor allem wollten, waren das alles echt wert. Ich finde, dass die Songs von Macklemore&Ryan Lewis im Radio teilweise echt schon totgehört wurden, aber live war das etwas ganz anderes. Macklemore hat ihnen irgendwie viel mehr eine Bedeutung gegeben und man hat gemerkt, dass das nicht nur im Studio einfach so zusammengemischt und vermarktet wird, sondern da doch interessante Menschen dahinterstecken. Vielleicht ist das ein bisschen zu viel hineininterpretiert, aber für mich kam das einfach so rüber.

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Der Abschluss unseres kleinen Abenteuers war dann unser Frühstück am nächsten Tag. Eigentlich wollten wir total cool brunchen gehen und das am besten irgendwo direkt am See. Wir fanden dann nach ewiger Rumfahrerei und Rumlauferei auch ein “Café”. Als wir saßen fing auf einmal direkt neben uns eine Band an zu spielen, deren Durschnittsalter vielleicht bei 65 lag. Uns fiel auf, dass die anderen Gäste auch nicht wirklich jünger waren.
Letztendlich stellte sich heraus, dass wir in eine Siegerehrung eines Seniorensegelvereins geplatzt waren, in einem Café direkt neben dem FKK-Strand mit einer Bedienung, die unfreundlicher nicht hätte sein können und mit der Speisenauswahl von zwei Gerichten: entweder ein 1/2 Hendl mit Kartoffelsalat oder Weißwürst mit Semmel. So lässt sich´s ordentlich frühstücken.

colorrun 2014 // “come on, let´s make our world colorful”

In der Sporthose zum Bahnhof geradelt, T-Shirt drübergezogen, staunend die Farbbeutel begutachtet und dann mit der Sbahn erst mal auf den Weg gemacht. Dass wir unserem Ziel immer näher kamen erkannten wir daran, dass auf einmal die Hälfte der Fahrgäste nur noch aus jungen Leuten mit weißen T-Shirts, lustigen Hosen, Strümpfen, Röcken oder was auch immer, neben uns saßen. Also einfach mal der Masse folgen, lauter noch weiße T-Shirts folgen dem Weg bis zur Strecke, zum Colorrun-gelände.


Vorne eine große Bühne mit hoppsenden Menschen, die sich warm machen für den Lauf. “Warm-up-Party”. Ich könnte an dieser Stelle ein sehr lustiges Video von mir einfügen, wie ich versuche diesem Typen auf der Bühne auch nur irgendetwas nachzumachen, aber das lass ich jetzt mal lieber. Bin eben mehr so der Freestyle-Tänzer. Hahaha.
Ich hab mir dann noch schnell die coole Sonnenbrille, die ihr auf den Fotos seht, zugelegt, damit ich im Laufe des Tages nicht vollständig erblinde oder Tränenbäche hinter mir zurücklasse. Obwohl die Farben natürlich nicht giftig sind oder so,a auf der Verpackung steht, sie sind genießbar, schmecken aber nicht. Letzteres kann ich bestätigen, da ich eher unfreiwillig mal probiert hab.

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Aber dann ging´s auch schon wirklich los, wir sollten uns “langsam und diszipliniert” zum Start bewegen – denn “Colorrunner sind diszipliniert”- aber hey, “trotzdem nicht zu langsam sein”. Das haben wir dann gerade noch so hinbekommen und landeten im Startblock 2.
Und dann flogen auch schon die ersten Farben durch die Luft, rieselten auf uns herunter, während wir eine riesige Menschenwelle darstellten und in die Höhe hüpften. Und dann kam der Countdown und es wurde heruntergezählt bis zum Start: 10,9,…3,2,1….. “Auf geht´s zu den tollsten 5 Kilometer in euremJahr 2014″!
Nach einer gefühlten Ewigkeit inmitten von der “Colorrun family” kamen wir zu der ersten Colorstation: Gelb. Überall Farbe, alles wie in einer anderen Welt.
Und dann kamen nacheinander die anderen Farben: Grün, Blau, Pink.

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Dazu so viele lustige Leute, die sich alle gegenseitig anfeuerten, Zitat: “Hey Mädels, wos is denn, des nennt man ColorRUN, nicht ColorWALK!”. Naja, ich geb´s zu, es war dann wohl doch eher ein Colorwalk für die meisten von uns, aber was soll´s. Wir hatten wirklich viel Spaß!
Gleich danach die abschließende Party, so viele bunte, verrückte Leute auf einem Haufen, überall rieselt Farbe durch die Luft, grün, blau, gelb, organge, lila, pink. Und wir mitten drin. “Hey now….let´s do this right now.”

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