Die wichtigsten Bücher meiner letzten 91 Tage

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Irgendwann, vor ein paar Monaten, nahm ich wieder ein Buch aus dem Regal. Fing wieder an zu lesen, nahm mir bewusst Zeit dafür. Eine Zeit lang hatte ich nur noch Zeitungen gelesen, teilweise Magazine, meistens aber Nachrichten auf dem Handy oder am Laptop. Jetzt fing ich wieder an, Romane zu verschlingen, nahm mich mehr und mehr Sachbüchern an. Wie schnell ich merkte, was ich verpasst und vermisst hatte…

“Mit Platon und Marilyn im Zug”

Eines der bereicherndsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe: “Mit Platon und Marilyn im Zug” besteht aus Geschichten über die Begegnungen großer Persönlichkeiten – und diese werden auf philosophische Fragen angewandt. So wird zum Beispiel anhand der Geschichte von Marilyn Monroe und Arthur Miller erzählt, inwiefern Perfektionismus unser Leben bestimmen kann. Die Begegnung von Vincent van Gogh und Paul Gauguin wirft die Frage auf, ob Kunst lebensnotwendig ist. Und John Lennon und Yoko Ono scheinen sich zu fragen: “Kann ich die Welt retten?” Dieses Buch ist eine schöne Zuglektüre zum Nachdenklichmachen und zum Selbstreflektieren. Es ist angenehm zu lesen und bleibt im Gedächtnis!

“Who the fuck is Kafka?” (Lizzie Doron)

Lizzie Dorin, Autorin und gleichzeitig auch Vorbild für die Protagonistin des Buches, kommt aus Tel Aviv. Nadim ist Journalist, ein Muslim, aus Palästina. Die beiden begegnen sich auf einer Friedenskonferenz in Rom – beide voller Vorurteile gegenüber dem anderen. Sie lernen sich kennen, unterhalten sich, starten gemeinsame Projekte. Das Buch beschreibt den Konflikt in Israel auf eine ganz neue Weise, die von beiden Seiten gemeinsam erzählt wird. Ein bewegender Roman, der gerade aufgrund seines wahren Hintergrunds ganz neue Perspektiven auf den Konflikt in Israel offenbart.

“Die Macht der Geographie” (Tim Marshall)

Tim Marshall erklärt Weltpolitik anhand von Geographie: Beim Lesen wird klar, wie viel ungeahnte Kraft hinter den natürlichen Begebenheiten eines Landes stecken kann – oder wie sehr es genau diese immer wieder in Bedrängnis bringen. Seine Theorie macht es sich manchmal bestimmt etwas einfach, sind Marshalls Akteure doch rein rational denkende und handelnde Staatsmänner. Das Buch zeigt jedoch eine interessante Perspektive, die diverse Konflikte auf ungeahnte Weise erklären kann. Sehr lesenswert!

“Rot” (Uwe Timm)

Die Hauptfigur des Romans von Uwe Timm ist Thomas Linde, ein Beerdigungsredner. Er taucht ein in die Lebensgeschichten der Verstorbenen und versucht sie, ihren Charakter und ihr Umfeld so gut zu verstehen, dass seine Reden bei den Hinterbliebenen genau den richtigen Ton treffen. Gleichzeitig ist dieser Roman auch eine Liebesgeschichte und eine, die sich so oft, so komisch und ernsthaft zugleich mit dem Tod auseinandersetzt, wie es wohl wenige andere Werke können. Dieses Buch hat mich beeindruckt und berührt – für mich ist es ein tolles Werk, das allerdings die ganze Aufmerksamkeit des Lesers beansprucht, um seine Wirkung zu entfalten.

“Ethik: die großen Fragen” (Julian Baggini)

Kann Diskriminierung gut sein? Ist freier Handel fairer Handel? Ist Moral relativ? Diesen Fragen und noch vielen mehr widmet sich das Buch. Die einzelnen Kapitel behandeln immer Argumente für die These und Argumente dagegen – und laden so ein, die großen Fragen der Ethik in ihren Facetten zu betrachten und sich eine eigene Meinung zu bilden. Oder auch einzusehen, dass es diese eine Meinung vielleicht gar nicht gibt. Perfekt zum Stöbern für zwischendurch!

 

“Spinner” (Benedict Wells)

Benedict Wells gehört zu einem meiner absoluten Lieblingsautoren: Sein Schreibstil, seine Geschichten und sein besonderer Hang zur Alltagstragik machen seine Bücher zu etwas ganz Besonderem. “Spinner” handelt von Jesper, 20, der dringend etwas an seinem Leben ändern möchte. Nur was? Er versucht, sich zu orientieren, seinen Lebensweg zu finden – aber das ist gar nicht so einfach. Ein wundervolles Buch über die Schwierigkeit und die Hürden auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

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