Fernweh? Manchmal braucht es nur einen Tag bewusster Leichtigkeit

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Einen Fuß vor den anderen setzen, ständig bergauf, den Blick schweifen lassen. Innerhalb weniger Meter sehe ich so viel Neues, so viel Schönes, so viel Beeindruckendes. Es ist nur eine kleine Wanderung, ein paar Stunden, bestimmt nichts für ambitionierte Bergsteiger. Aber es ist genau das richtige für mich, in diesem Moment. Weil es nicht nur bedeutet, einen Berg hochzulaufen und bei schönstem Wetter die fantastische Landschaft zu genießen. Sondern weil es auch heißt, vollkommen loslassen zu können. Weil ich mir einen Tag genommen habe, an dem ich morgens aufstehe und nichts in meinem Kopf war, dass ich erledigen musste. Ich hatte bewusst keine Aufgaben zugelassen, bewusst alles andere ausgeblendet.

Schon am Abend zuvor freute ich mich auf die Berge, auf die Natur und diesen Tag, der ohne jedes Muss gestaltet war. Auf das Einatmen von all den Eindrücken, die ich speichern konnte, wenn ich wollte, die ich mit anderen teilen konnte, wenn ich wollte, die ich erleben konnte, ohne einen weiteren Gedanken an das Wie und Wieso zu verschwenden.

Wieder mal wurde mir bewusst, wie wenige Tage es in meinem Leben gibt, an denen ich gar nichts zu tun habe. An denen ich einfach mit freiem Kopf nichts tun kann, einfach nur leben kann ohne im Hinterkopf zu haben, dass vielleicht schon ein paar Stunden später wieder Aufgaben auf mich warten. Oder dass diese Aufgaben vielleicht jetzt schon warten, mir im Nacken sitzen und mich bislang nur meine Prokrastination mich davon abhält, sie zu erledigen.

Ich würde nicht behaupten, dass mich mein Leben stresst, ich mag mein Leben, so wie es gerade ist. Es ist voll von Abwechslung, voll von Projekten, Ideen, Neuem und Gewohnten. Aber vielleicht gerade weil ich mag, was ich tue, stehe ich jeden Tag auf und habe neue Ideen, neue Aufgaben, die ich schaffen möchte.

Wir dürfen loslassen, atmen, leben. Am besten sofort.

Doch: Egal wie wichtig der Job, egal wie schön es ist, viele Menschen um sich zu haben, neue Leute kennenzulernen, alte Freundschaften zu pflegen, egal wie sehr du Neues lernen und dich weiterentwickeln möchtest – ich denke, dass es so essentiell für all das ist, ab und zu auch einfach mal loszulassen. Einfach mal zu genießen ohne daran zu denken, was auf dich wartet, was du dir vorgenommen hast, was du schon viel zu lange liegen gelassen hast.

Ist es nicht auch oft das, was das Fernweh in uns weckt? Fernweh nach dieser Zeit, in der wir nichts müssen, aber so vieles können? Fernweh, Neues zu entdecken und uns auf eine komplett neue Welt einzulassen. Ich möchte immer mehr verstehen und erleben, dass ich mein Fernweh nicht nur mit großen, teuren Reisen stillen kann. Sondern auch mit wenig Budget, ein bisschen Zeit und dem nötigen Abstand. Dann, wenn ich mir ab und zu bewusst eine Auszeit nehme, wenn auch nur für einen Tag. Für die Berge, für einen Tag, in dem ich mit Freunden in einem Lieblingscafé versacke, für einen Tag, den ich mit einer Sache verbringe, die ich schon immer mal ausprobieren wollte. Vielleicht vergessen wir oft, dass wir diese Tage haben dürfen, dass wir diese Tage verdient haben. Weil wir ein Leben leben und nicht einfach weiter auf irgendeiner Karriere-, Lebens- oder Beziehungsleiter nach oben klettern. Wir dürfen loslassen, atmen, leben. Am besten sofort.

 

fotografiert von Katja (amoureuxee.de)

4 Comments

  1. Vita says:

    Ich habe in Schottland das Wandern für mich entdeckt. Dabei kriege ich den Kopf frei und bin im Hier und Jetzt. Lustigerweise war ich erst heute wieder Wandern und deine Worte treffen da perfekt drauf zu :)

    LG Vita

    1. ANNA says:

      Liebe Vita, so schön, dass dich der Artikel zu einem so passenden Zeitpunkt erreicht hat :) Wandern in Schottland stell ich mir traumhaft vor!

  2. Pia says:

    Hallo Anna!
    Wirklich vielen Dank für diesen Artikel. Ich finde es immer wieder toll, wie Katja und du genau dir Gedanken aufschreibt, die in meinem Kopf herumschwirren!
    Eine kleine Auszeit in den Bergen wäre jetzt traumhaft ?
    Liebst, Pia

    1. ANNA says:

      Liebe Pia,
      das ist wirklich schön zu hören :)
      Oh ja – ich würde am liebsten auch gleich wieder los!

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