Personal: Mein Ubud-Gefühl und was ich davon mitnehmen möchte

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Es ist kurz nach sieben, ich trage eine kurze Hose, ein Top und ein Haarband, um meine kurzen Haare irgendwie aus meinem Gesicht zu halten. Wir gehen um wenige Kurven, stürzen uns über eine Straße voller hupender Mopeds. Gehen ein paar Schritte, dann sollen wir unsere Schuhe ausziehen. Trinken ein Glas Wasser und betreten den Raum, in dem bereits einige Matten ausgerollt sind, in Richtung der gläsernen Fensterfront, die den Blick auf einen tropischen Garten freigibt. Wir nehmen uns je eine der roten Matten aus dem Holzregal und legen uns zwischen die anderen Menschen. Ich setze mich hin, verschränke meine Beine und mein Blick richtet sich auf das Grün, die tropischen Pflanzen vor der riesigen Fensterscheibe. Die Morgensonne strahlt so sanft in den Raum, dass ich mich schon jetzt entspanne. Unsere Yoga-Stunde beginnt.

Als ich zurückgehe, frühstücke und mich so unglaublich wohl in meinem Körper fühle, weiß ich: Ich will dieses Ubud-Gefühl mitnehmen. Also nicht nur das Yoga, sondern das Gesamte. Am Tag zuvor hatte ich eine Massage gehabt, lag in einem Raum voller entspannender Musik – und trotzdem hat es so unendlich lange gedauert, bis mein Kopf endlich ausschalten konnte und nicht mehr nachgedacht hat. Sondern sich auf sich, meinen Körper und die Ruhe konzentrierte. Als ich dann aus dem Massagestudio getreten bin, war der Mopedlärm und die vielen Menschen zwar so viel lauter, so viel durchdringender für mein Gehör, aber ich konnte es so viel besser von mir fernhalten, mich an meinen eigenen Eindrücken festhalten.

Ubud heißt für mich, meinen eigenen Körper bewusst zu spüren und ihm etwas Gutes zu tun. Zwei Tage in dieser Stadt waren wahrscheinlich nicht genug, um dieses Gefühl durch und durch zu erleben. Doch diese Erlebnisse und auch einige Ereignisse in den Wochen zuvor, in Bali und Zuhause, haben mir auf eine bestimmte Weise gezeigt, dass ich mehr darauf achten möchte, was mir mein Körper und mein Gefühl sagen. Das klingt so einfach und platt, aber für mich steckt da eine ganze Menge dahinter, die ich beherzigen möchte.

In unserem Alltag, unserem täglichen Leben, das uns fordert, uns zwar Vieles schenkt aber auch so viel Energie nehmen kann, verdecken Stress und Anstrengung oft das bewusste Gefühl für sich selbst, den eigenen Körper und die guten Gedanken. Die, die auch erst dann frei gesetzt werden, wenn man selbst zur Ruhe kommt, sich Körper und Geist entspannen. Das im Urlaub, unter Palmen, mit Sand an den Füßen und Sonnenstrahlen auf der Haut zu begreifen, ist so viel leichter als zuhause im Alltagsstress. Dabei wäre es genau da so wichtig – und Ubud wird mich immer daran erinnern.

2 Comments

  1. julia says:

    wie immer wunderschön geschrieben!
    und du hast recht, es klingt so einfach, aber wenn man es erlebt ist es wahnsinnig intensiv!

    ich wünsche dir wirklich, dass dieses ubud gefühl noch ganz lange anhält! :)

    1. ANNA says:

      Danke dir, liebe Julia :)

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