Surfing Australia: Von diesem ganz besonderen Gefühl

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Wer an Australien denkt, hat neben dem trockenem Outback und hüpfenden Kängurus ganz sicher sofort wunderschöne, weite Strände mit meterhohen Wellen vor Augen. Und höchstwahrscheinlich im gleichen Moment auch durchtrainierte Surferboys mit langen, blonden Haaren und dieser ganz besonders lässigen Aura…

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Surfen ist für Australier wie für uns Deutsche das Fußballspielen. Nach der Schule schnappen sich die Jungs hier nicht den Ball, um mit ihren Kumpels eine Runde kicken zu gehen, sondern klemmen sich ihr Surfbrett unter den Arm. Damit machen sie sich barfuß auf zum nächsten Strand und rennen in die Wellen. Hier ist man nicht der Held, wenn man ins Kreuzeck trifft, sondern wenn man die Welle bis zum Ende reitet. Stolze Väter stellen ihre kleinen Nachkommen auf die viel zu großen Brettern und zeigen ihnen, wie sie nicht gleich wieder herunter fallen.

Australien ist ein Surferparadies, ohne Frage. Es gibt perfekte Wellen aus türkisblauem Wasser, unzählige Surfclubs und lebende Surflegenden. Ja, es gibt auch Haie, giftigen Jellyfish und anderes gefährliches Getier, was sich in den Ozeanen herumtreibt. Aber all das hält die Australier nicht davon ab, sich Tag für Tag wieder in die Wellen zu stürzen. Weil zum Surfen eben nicht nur das Stehen auf dem Brett gehört, sondern auch das Erkennen der Wetterverhältnisse, von Ebbe und Flut, von den perfekten Bedingungen.

In Byron Bay, Hippiestadt und Surferparadies, hatten wir die Möglichkeit, zwei Tage lang selbst auszuprobieren, auf einem Surfbrett zu stehen. Wir wussten, dass es sicher nicht so einfach ist, wie es teilweise aussieht und eine Menge an Balance verlangt, um wirklich auf dem Brett stehen zu können. Umso gespannter waren wir, ob wir überhaupt etwas von der Zeit stehend auf dem Surfbrett verbringen würden.

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Etwas, was uns unsere Surflehrer aber von Anfang an vermitteln wollten, war die richtige Einstellung. Es ging nicht darum, der Beste zu sein oder als erster die höchsten Wellen zu reiten. Wir waren eine Gruppe, die allesamt Spaß an diesem Sport haben wollten. Wir fuhren mit einem großen, alten Bus an der Küste entlang, mit lauter Musik und weit offenen Fenstern. Wir stellten uns vor, machten Witze, lachten und freuten uns auf den Tag. Unser Surflehrer, ein braungebrannter, durchtrainierter Typ mit langen, leicht verfilzten Haaren sagte zu uns: “Die zwei Regeln beim Surfen? Have fun and look cool!” Ersteres war nicht schwer, für den zweiten Teil muss ich wohl noch ein wenig üben:

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Endlich ein eigenes Brett im Arm (ihr glaubt gar nicht, wie schwer so ein Teil eigentlich ist!), durften wir die ersten Versuche wagen. Ein bisschen Technik wurde uns erklärt: In welchen Schritten wir das Bein hochziehen, wie wir uns aufstützen, wie wir effektiv paddeln können. Als wir dann aber in den Wellen waren, brauchte man mehr als diese Technik. Etwas Mut und ein gutes Gefühl, anfeuernde Schreie der Surflehrer und natürlich auch das Glück einer guten Welle.

Im Laufe der zwei Tage schafften wir es, immer öfter aufzustehen und die Wellen lange auszufahren. Klar, es waren nur kleine Wellen und relativ nah am Strand – aber es war ein unfassbar cooles Gefühl. Ich habe so viel Salzwasser geschluckt, dass sich mein Gaumen am Ende des Tages dumpf und betäubt anfühlte. Meine Haare waren vom Salz und der Sonne so durcheinander, dass ich sie nur mit Mühe wieder glatt bürsten konnte. Auf der Heimfahrt hatten wir unbändigen Hunger und waren so müde wie schon lange nicht mehr. Aber am wichtigsten: Wir hatten die ganze Zeit dieses zufriedene Lachen im Gesicht. Und ich glaube, ich verstehe nun, was so viele Menschen immer wieder auf ihre Surfbretter treibt: Genau dieses unbeschreibliche Gefühl.

2 Comments

  1. Julia says:

    toll geschrieben, anna!
    ich hoffe, ich kann dieses gefühl auch einmal erleben!

  2. Tabea says:

    Ach, von einem Surfkurs träume ich auch schon lange! Wegen mir muss der auch nicht in Australien sein, auch wenn das natürlich echt cool ist :)
    Freut mich, dass du so viel Spaß hattest!
    Liebe Grüße

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