Study tip: Get on a plane. Never return.

Während ich letzte Woche so an meinem Schreibtisch saß und meine Hand langsam aber sicher vom Taschenrechner in Richtung Handy wanderte (sehen sich aber auch verdammt ähnlich die zwei!), scrollte ich durch meinen Instagramfeed und las folgendes:

„Study tip: Stand up. Stretch. Take a walk. Go to the airport. Get on a plane. Never return.“ (@thievesandpoets)

Und da war sie: Die Nanosekunde, in der das Szenario sich vor meinem inneren Auge abspielte. Schnell das wichtigste in einen Koffer stecken, ein paar Lieblingsmenschen dazu stopfen, die Tür hinter sich zu schmeißen – und rennen. Weg von meinem Schreibtisch, den tausend Blättern, den Millionen Fachbegriffen und nichtssagenden Zahlen, weg von Zukunftsplänen, den immer gleichen Gesprächen, dem Leben in Schulbüchern.
K800_getonaplane

Shorts – Mango | T-Shirt – Topshop | Vans | Rucksack – Henschel (so wunderschön, aber leider nicht gerade billig – Rabattcodes findet ihr zum Beispiel hier) | Hut – Topshop

Stattdessen die heiße Sonne im Gesicht, der Wind in den Haaren, eine Surfschule aufmachen (okay, davor vielleicht noch surfen lernen…), den ganzen Tag am Strand verbringen, intensiv und wahrhaftig leben, tiefer atmen, weiter springen.

Und dann habe ich mein Handy auf die Seite gelegt und mich hoch motiviert der nächsten ln-Funktion gewidmet.

A few days ago, I scrolled through my instagram feed - even if I was actually supposed to study. There I read a little quote someone had posted: „Study tip: Stand up. Stretch. Take a walk. Go to the airport. Get on a plane. Never return.“ And just for a second I was thinking about how easy it would be to just run away from my desk and all the stuff I had to get into my brain. But no, I am actually still in Germany, sitting at my desk and getting stuff into my brain.

Kolumne // Dieser Stylingtyp bist DU!

style

Allseits bekannte Jugendzeitschriften sind voll davon und selbst vor dem ein oder anderen „erwachsenen“ Magazin oder dem Netz machen sie nicht halt: Die Psychotests. Hier findet sich neben der weltbewegenden Frage, für welchen Bachelor-Typ ich wohl am ehesten gemacht wäre, welchem Trash-TV-Star ich am ähnlichsten bin, ob ich eventuell eine Modelkarriere in Betracht ziehen sollte oder ob ich diverse Verhaltensstörungen aufweise, immer wieder auch die Lösung all meiner Probleme: Dieser Stylingtyp bist du!

Und dann geht das Gefrage auch schon los: Chucks oder Heels? Glamour oder Military-Style? Haare offen oder lieber zum strengen Dutt? Lieber „Lady in Black“ oder „bunter Kanarienvogel“? Und sag mal findest du es besser, wenn dein Stil praktisch ist? Oder gibst du lieber täglich die übermäßig gestylte Beautyqueen? Shoppst du gern auf Flohmärkten oder besuchst du eindeutig nur Designerboutiquen?

Dann sitze ich davor, ungeschminkt und in Jogginghose, neben mir auf dem Boden liegt noch das Glitzertop von gestern Nacht und unter meiner Kleiderstange reihen sich meine neuen weißen Chucks neben den hohen schwarzen Stiefeletten und den Sommersandalen ein. Ich fühle mich gezwungen irgendwo mein Kreuz zu machen, irgendwo hinzugehören.
Ein paar Klicks später weiß ich dann ob ich grungy, sportlich, chic, stets sexy oder doch eher hipster bin. Welche Farben mir besonders stehen check ich gleich noch im nächsten Test aus und welcher Haarschnitt zu meinem Style passt – das lass ich doch auch nochmal schnell analysieren.

Und dann meldet er sich doch auf einmal, schreit mir lauthals in mein linkes Ohr – der kleine Rebell in mir: Wieso lässt du dich einordnen, einengen, vereinheitlichen, begrenzen, festlegen? Was war denn mit dem ganzen „just be yourself“, „mach einfach dein Ding“ und dem „Einzigartig Sein“- Gelabere? Alles schon wieder vergessen, komplett verdrängt?Was ist denn von wegen frei sein, dich selber finden, alles ausprobieren? Schreibst leere Worthülsen in ein Album voller Sprüche, die von Freiheit reden – und lässt dich dann von sowas unterkriegen?

Natürlich, der Ottonormalverbraucher kann sich kein Ankleidezimmer voller unterschiedlichster Outfitkombinationen und diversen Stilrichtungen leisten. Und natürlich bin ich auch nicht der geborene Hardrocker oder Superöko. Aber wieso soll ich mich einordnen, mich auf einen Stil festlegen? Vielleicht ist mir heute halt mal danach komplett in schwarz zu kommen. Und vielleicht brauch ich heute einfach mal hohe Schuhe und ein aufwendiges Makeup. Und vielleicht will ich aber jetzt auch einfach mal in diesem sommerlichen Bohokleidchen rumlaufen und mir Ökozöpfchen in meine Haare flechten.

Ich denke nicht, dass man sich auf einen Stil beschränken muss, sondern dass man einfach damit experimentieren sollte. Ich bin vielleicht einfach der schwarz-bunte, natürlich-glamouröse, sportlich-schicke und dezent-grungy Kanarienvogel-Hipster.
Und ihr so?

Magazines and the web are full of them: the personal style tests! But what if I actually can´t decide if I´m the glamourous beautyqueen or the cosy bohogirl? And what if I don´t WANT to decide? So maybe I am just that black-colorful, natural-glamourous, sporty-chic Hipster-weirdo. And what about you?