Wenn alles andere unwichtig wird

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Wir leben unser leben Tag für Tag, stecken uns neue Ziele, überwinden neue Hürden, konzentrieren uns darauf, weiterzukommen. Bauen unsere eigene Welt auf, leben unseren Alltag, immer schon einen Schritt vor dem anderen, immer auf der Suche. Wir machen uns Gedanken über die Zukunft, was wir schaffen können, wie wir gestalten können, was sein wird – und viel zu oft nicht, was ist. So viel Zeit zieht vorbei, die wir vorbeiziehen lassen, weil wir schon mit dem nächsten Schritt beschäftigt sind.

Doch dann gibt es diese Momente, in denen alles andere unwichtig wird. Manche lassen den Atem stocken, andere reißen den Boden unter den eigenen Füßen weg, manche verändern das Leben für immer. Was bleibt, sind nicht nur ständige Fragen nach dem “Warum” oder dem “Was wäre, wenn”. Da sich darauf keine Antworten finden lassen, wird es vielmehr eine Frage danach, was bleibt, was wirklich wichtig ist. Eine Möglichkeit, den Boden neu zu finden, der gerade so unendlich weit entfernt scheint. Das ist wohl eine der schwersten Aufgaben, weil wir ihr machtlos ausgesetzt sind. Doch: Was wir aus ihr machen, auf welche Weise wir sie annehmen und sie uns selbst verändern lassen, kann uns so viel mehr prägen als die Situation selbst.

Was wir aus ihr machen, kann uns so viel mehr prägen als die Situation selbst.

In manchen Situationen ist nichts Gutes zu sehen, sie machen Angst, tun weh. Sie erscheinen ausweglos, nie zu überwinden, Geschehenes nicht zurückholbar – und das stimmt auch. Diese Machtlosigkeit zu akzeptieren, schmerzt mehr als alles andere. Die Hoffnung liegt darin, dass derjenige, dem es gelingt das zu akzeptieren, Dinge klarer sehen kann, die verändert werden können. Die Dinge, die wirklich wichtig sind und wichtig bleiben.

 

fotografiert von Katja Heinemann

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1 Comments

  1. Christine says:

    Sehr wahre Worte.
    Gerade bezüglich der eigenen Gesundheit kann ich das alles sehr gut nachvollziehen..

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