Journeys: Rovinji, Croatia – about summer and adventures

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“Feeling my way through the darkness
Guided by a beating heart
I can’t tell where the journey will end
But I know where to start (..) Wish that I could stay forever this young”

Einer der Songs, die uns auf unserer Reise begleiteten und der rauf und runter spielte. Im Bus, auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt, abends wenn wir gemütlich zusammen saßen oder wenn wir tanzen gingen. Er ist einer der Songs, der uns wohl immer an diese eine Woche erinnern wird, eine Woche in der wir viel erleben durften. Er beschreibt das Gefühl des Anfangs, davon am Busbahnhof zu stehen, mit dieser riesengroßen Vorfreude, die einen fast rumhüpfen lässt. Mit den Koffern und Taschen, die man mühsam zu dem Bus rollt und das peinliche Schlafkissen, das man schnell unter seiner Jacke vergräbt. Und dann steigt man in den Bus und von überall wird man begrüßt, gefragt wie man heißt, wie alt man ist, ob man in einem Zelt oder in einem Bungalow ist. “Hey, wollt ihr ein paar Kekse?” “Oh ich hab auch welche, hier, die sind mit Schoko!” Und wir die Kekse überwältigt und glücklich in uns hineinstopfen und den Lebenslauf von 5 Leuten gleichzeitig erfahren.
Eigentlich könnte man sagen, sind all-inclusive Urlaube die langweiligsten, man muss nichts selber entscheiden und es wird alles genau durchgeplant. Aber so war es nicht. Wir hatten unser eigenes, kleines Bungalow, von dem es nicht weit war bis zu dem Waschhaus. Neben uns noch einige andere kleine Hütten und ein paar mehr Zelte, mit anderen Jugendlichen, die sich genauso auf diesen Urlaub gefreut hatten wie wir.
Von allen Seiten kam irgendeine andere Musikrichtung, aber alle stellten sie das gleiche Gefühl da. Naja okay, die Jungs aus dem Bungalow, das uns direkt gegenüber stand waren wahrscheinlich schon so taub von der Musik, dass es egal war was sie anhörten, also freuten wir uns natürlich sehr von lautstarken Wiesnhits geweckt zu werden. Diese Chaoten trafen J. und ich übrigens auch an , als wir nachts um vier unsere Flaschen auffüllen wollten und an ihrem Tisch vorbeigingen – in Schlafshorts und T-Shirt. Da winkten sie uns zu ihrem Tisch, wir sollten uns doch dazusetzen oder wollten wir etwa schon schlafen gehen. Da wir noch nicht müde waren, setzten wir uns dazu. Und dann ging es los! Die Typen hatten nämlich gerade einen Safttag einlegen müssen, weil sie es mit dem Alkohol anscheinend leicht übertrieben hatten. Aber da sie eigentlich immer nur über ihre ach so tollen Saufgelage morgens um 10 erzählten und wir uns vor lauter Spannung nicht mehr auf den Beinen halten konnten, gingen wir doch wieder nach oben. (Achja am Ende mussten sie dann schon eine Woche früher fahren, weil sie mal wieder mit was weiß ich für einem Zeug erwischt wurden. Tja so schnell kanns gehen haha!)
Das wir ja doch mit einer Jugendreiseorganisation gefahren sind, gab es natürlich Regeln und auch regelmäßige Treffen immer vor dem Abendessen, damit die Teamer sehen konnten ob alles in Ordnung war. Aprops Teamer, jedem “Villagio”, also jeder Bungalow-, bzw. Zeltgruppe (immer so 15-20 Leute), wurde ein Teamer zugeteilt. Ich hab noch nie eine Gruppe von so witzigen, spontanen und lebensfrohen Menschen getroffen, wirklich! Die waren alle einfach richtig cool drauf und denen war auch überhaupt nichts peinlich. Die Teamer waren auch wirklich ein Grund dafür, dass der Urlaub so ein Erfolg war, denn sie haben immer für so gute Stimmung gesorgt! K800_IMG_6826

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Einer der Vorteile von der Jugendreise war auch, dass man noch Angebote dazubuchen konnte. So auch einmal einen Abend in einem Open-Air-Club in Medulin und einmal die Sandy Beach Party. Im Bus wurde mit einer Party-CD schon warm gemacht und in dem Club war die Stimmung dann am Höhepunkt. Abends um 3 ging es dann wieder zurück zum Camp. Noch nicht müde sondern noch total aufgekrazt setzten wir uns auf eine aufgespannte Sklackline zwischen den Bäumen und aßen bis 5 Uhr früh Chips. Diese Momente, in denen man einfach nur für immer wach bleiben will und alles erleben und fühlen will. Abends unten am Meer sitzen, mit Fackeln und einem Eis in der Hand. Die Beine baumeln lassen und der Brandung lauschen. In der Ferne die hellen Lichter der Stadt, die immer noch auf den Beinen ist und abends vielleicht erst richtig aufwacht. Mit bekannten und unbekannten Menschen reden, über dies und das, Wichtiges und Unwichtiges und hoffen, dass man diese Momente niemals vergessen wird. Momente wie mit einem kleinen Boot und lauter anderen jungen Leuten auf eine Insel mitten auf dem Meer fahren. Am Strand sitzen, den Sonnenuntergang genießen. J: “Wir müssen ein imaginäres Foto machen, in unserem Kopf. Damit wir das hier nie vergessen.” Es war ein perfekter Sonnenuntergang. Wir schrieben “die schönste Zeit” in den Sand und hatten alle das Lied dazu im Kopf. Dann gingen wir hoch auf die Tanzfläche, die Musik spielte und ich hatte alles vergessen. Was zählte war die Musik, die nackten Füße, die über den Sand sprangen und die Sterne über uns, unter denen wir tanzten.

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Als uns unser Teamer beim ersten Meeting sagte, der Abschied wird jedes Mal schlimm und tränenreich, da grinsten wir nur, weil wir dachten er wäre vielleicht ein bisschen verrückt und sentimental. Aber am letzten Nachmittag, als wir ihn kannten, die anderen kannten, da wussten wir, dass es traurig wird. Als unser Villagio auf die Bühne kam, hatte er Tränen in den Augen. Ehrlich gesagt, in diesem Moment war ich gar nicht so traurig, weil ich das noch nicht so begriff. Ich begriff es selbst im Bus noch nicht, hunderte Abschiedsfotos und -grüße später, nachdem wir die Koffer wieder genau den Weg zurückgezogen hatten, wie wir sie vor einer Woche voller Vorfreude hochgezogen hatten. Dass ich die ganzen Leute, egal ob man sie mochte oder nicht, nicht mehr wiedersehen würde (zumindest nicht so), war irgendwie ein ganz komisches Gefühl. Es war wie ein neuer Alltag aus dem man gerissen wurde. Ein Alltag, am Meer und mit dem Wind in den Haaren, schwimmen, obwohl die Badeschuhe laufend meine Füße nach oben treiben lassen. Von Klippen springen, eintauchen und wieder auftauchen, Wege durch die ganzen kleinen Gassen finden, in einer davon in ein kleines Straßenrestaurant setzen und “irgendwas typisch Kroatisches” bestellen. Sich an der Promenade ein Tattoo machen lassen (natürlich kein echtes, nur eins aus Henna. Es ist auch schon fast wieder ab, traurig oder?) und mit den Händlern in verschiedenen Sprachmischungen zu reden, “ein Trikot von Shaqiri?” “Who? No no nix!”. Und dann fahren wir zurück, das Meer zieht an unserem Busfenster vorbei und die Busbegleiterin weist die Jungs an nur im Sitzen zu pinkeln, wenn sie aufs Klo müssen. Sagt, dass wir die Busfahrt schon rumbekommen. Aber da weiß ich noch nicht, dass es erst traurig ist, wenn man um 4 Uhr morgens alleine zuhause auf dem Bett sitzt und nicht auf einer Slackline, von der man auf das Meer sehen kann.

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2 Comments

  1. Kiki says:

    Wie cool… :D Ich liebe solche Jugendreiseorganisationen. Es macht mega Spaß und man lernt auch immer coole Leute kennen.
    Es ist schön dass du wieder bloggst :)
    Lieben Gruß
    Kiki

  2. Mara says:

    Hört sich nach einem wirklich genialen Urlaub an! In Kroatien war ich noch nicht, allerdings hört es sich wirklich toll an!
    & mit anderen wegzugehen ist immer toll – ich liebe es, mit Freunden in Urlaub zu fahren! :)

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