Interrail: One Night in Paris

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Eine Nacht verbrachten wir in Paris – 1 1/2 Tage, um all diese Eindrücke, die Kultur, das Geheimnisvolle in uns aufzusaugen und mitzunehmen.
Doch zuerst war Paris nur eines: eng, laut, schmutzig (besonders im Gegensatz zu Amsterdam).
Wir entschieden uns letztendlich, den Abend in Montmartre zu verbringen. Und hier war für mich dieser Zauber erkennbar, von dem so viel geredet wird. Straßenmusikanten vor Sacré Coeur, der erste Blick auf den Eiffelturm, die vielen Künstler auf dem Place du Tertre, Laternenlichter und französische Wortfetzen. Und dieser Ausblick.

Paris Montmartre

Übernachten in Paris

Wir verbrachten unsere Nacht in einer Jugendherberge, die relativ nahe am Bahnhof gelegen ist. Das Viertel ist ehrlich gesagt nicht das vertrauenswürdigste gewesen – als wir das erste Mal den Weg dorthin gesucht haben, haben wir uns dabei nicht sehr wohl gefühlt…
Trotzdem war das Hostel vollkommen in Ordnung, relativ sauber und das Personal sehr nett.

Die Stadt erkunden

Wir entschieden uns für ein 2-Tage-Metroticket. Kostete uns 18,50€ und machte es uns möglich, die zwei Tage durchgehend überall mit der Metro rumzufahren. Für uns hat sich das eindeutig ausgezahlt,  da wir überall damit gut hinfahren konnten. Außerdem fand ich persönlich das Metronetz in Paris eigentlich recht übersichtlich (verglichen mit manch anderer Stadt!) und die Bahnen kamen wirklich alle paar Minuten – also keine langen Wartezeiten.

Metro Champs-Elysées Paris

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, eine Hop-on-Hop-off-Tour zu buchen, um so zu den ganzen Sehenswürdigkeiten gebracht zu werden. Wir wollten aber lieber einen eigenen Plan entwerfen und die Stadt auf eigene Faust erkunden und haben uns deswegen dagegen entschieden.

Mal im Zentrum angelangt, ist vieles eigentlich auch relativ leicht zu Fuß zu erkunden, da sich in Paris ja sowieso eine Sehenswürdigkeit an die andere reiht…

Interrail Paris: Sehenswürdigkeiten

Wie gesagt, wollten wir Paris nach unseren eigenen Vorstellungen erkunden und bastelten uns dafür am ersten Abend einen straffen Sightseeing-Plan zusammen. Unser Programm sah wie folgt aus:

Sacré Coeur

Sacré Cour gehört eigentlich nicht zu unserem straffen 1-Tages-Programm dazu, denn Montmartre hatten wir ja bereits am Abend unserer Anreise besichtigt. So wunderschön und absolut empfehlenswert – vor allem am Abend.Paris Montmartre Sacré Coeur

Auch besonders sehenswert: Der Place du Tertre mit den vielen Künstlern, kleinen Bistros, süßen Läden. Hier sieht man ein bisschen von dem Paris, das man sich vorstellt.Montmartre Paris

Arc de Triomphe und Champs-Elysées

Hier beginnt nun unser Sightseeing-Marathon. Kaum vor dem Arc de Triomphe angekommen, stürmten zwei asiatische Frauen auf uns zu und redeten von “pictures”. Es dauerte etwas, bis wir begriffen, dass wir kein Foto von ihnen machen sollten – sondern sie eines mit uns zusammen machen wollten! Vielleicht lag es an meinem gestreiften T-Shirt oder an L.’ s französischer Ausstrahlung, dass sie uns für echte Pariserinnen hielten…? Wär ja mal eine coole Sache.

Arc de Triomphe Paris

Die Champs-Elysées spazierten wir entlang und waren fasziniert von dieser riesigen Straße, den teuren Läden und dem ganzen Ambiente. Trotzdem hätte ich es mir hier noch glamouröser vorgestellt… Aber so ist das eben, wenn man eine Stadt laufend in den Medien sieht: Die Realität ist oft überraschend anders.

Champs-Elysées ParisPetit Palais Paris

Pont Alexandre II

Eigentlich wollten wir mit der Metro weiter zum Eiffelturm fahren, aber da das Wetter so schön war, gingen wir zu Fuß von der Champs-Elysées bis zu dem berühmtesten Wahrzeichen der Stadt. Eine sehr gute Idee, da wir deswegen unter anderem über diese wunderschöne Brücke spazieren konnten und ein paar Meter weiter auf einer Bank direkt an der Seine unsere gerade gekauften Macarons naschen konnten.Pont Alexandre II ParisParis Eiffelturm Pont Alexandre

Eiffelturm

Der Marsch war doch etwas länger als gedacht und endlich am Eiffelturm angekommen, waren wir ehrlich gesagt schon nicht mehr ganz so fit. Trotzdem war es atemberaubend, den Eiffelturm tatsächlich in echt und aus dieser unglaublichen Nähe zu sehen. Schnell mobilisierten wir unsere Kräfte wieder, um tausende Touristenfotos zu schießen.eiffelturm

Quartier Latin

Auf irgendeinem Reiseblog hatte ich gelesen, dass man hier ganz gut und relativ billig essen konnte – deswegen wollten wir hier zur Mittagszeit hinfahren. Leider bin ich mir nicht so sicher, ob wir dann wirklich in diesem Viertel waren… Letztlich hatten wir nämlich alle nur riesigen Hunger und waren froh, eine kleine “Boulangerie” mit riesigen belegten Baguettes gefunden zu haben. War aber auf jeden Fall sehr schön dort (wo wir auch immer waren), da es nicht ganz so touristisch war und wir in Ruhe unsere Baguettes essen und echte Pariser beobachten konnten.
Achja, eine echte Pariser Vogue musste dann auch mit – gekauft an einem kleinen, süßen Kisok.

Notre Dame

notre-dame

Hier waren wir wieder mittendrin in der Touristenmasse. Es schien, als hätten sich sämtliche Paris-Besucher dazu entschlossen, sich vor der berühmten Kathedrale anzustellen – so eine Menschenschlange habe ich selten gesehen. Das Gebäude an sich war aber wirklich beeindruckend! Schön fanden wir auch die kleinen Straßenstände direkt an der Seine, an denen schöne Mitbringsel verkauft wurden – unter anderem auch alte Ausgaben der Vogue (mit Kate Moss auf dem Cover! Hier habe ich es etwas bereut, mir schon davor eine Ausgabe gekauft zu haben…).

Seine Paris

Pont Neuf

Die bekannte Brücke mit den Millionen Schlössern erkundeten wir nur bei halbem Bewusstsein. Bei geschätzten 30° einen ganzen Tag lang durch Paris zu marschieren war dann doch etwas anstrengender als erwartet. Deswegen waren wir sehr froh, dass wir eine Art Strand entdeckten, der anscheinend in der Sommerzeit direkt an der Seine aufgebaut worden war und mit einer Bar, Sonnenliegen, einer Bühne mit musikalischer Unterhaltung und einem Trinkwasserhahn ausgestattet war. Also sahen wir circa eine Stunde irgendwelchen Verrückten zu, die in der Hitze Zumba tanzten, hörten einen Straßenmusiker ziemlich schiefe Töne trällern und blätterten durch die Vogue.Pont Neuf Paris

Louvre

Wieder etwas gestärkt, machten wir uns auf zu der letzten Station unseres Marathons: Der Louvre. Leider war er genau an diesem Tag geschlossen und so konnten wir ihn nur von außen betrachten. Dafür ließen wir uns kleine Anhänger in Eiffelturmform andrehen und setzten uns in die wunderschöne Grünanlage vor dem Museum. Neben uns eine Gruppe von Französinnen, die eifrig irgendetwas strickten. #summerinparis

Essen

Montmartremontmartre Paris

Wir setzten uns in ein kleines Restaurant am Fuß von Sacré Coeur – und waren überrascht über die Preise! Es war vergleichsmäßig relativ billig und das mitten in diesem beliebten Viertel. Begeistert gönnten wir uns gleich noch einen leckeren Crêpe und verspeisten ihn auf den Treppenstufen, die hoch zu der kleinen Kathedrale führen.

Montmartre Paris

Quartier Latin

Wie oben schon erwähnt, soll es hier gutes und relativ billiges Essen geben. Da ich mir immer noch nicht sicher bin, ob wir auch wirklich dort waren, will ich keine falschen Empfehlungen geben – aber in dem Umkreis gibt es auf jeden Fall viele kleine Bäckerein und Bistros, die belegte Baguettes und Quiche anbieten.

Quartier Les Halles

Paris Les Halles

Hier waren wir abends noch – und es war wirklich extrem schön! Viele kleine Gassen, richtige Franzosen, weniger Touristen und süße kleine Shops überall. Wir entschieden uns für einen Crêpe zum Abendessen und aßen ihn in dem schönen Ambiente.

Ich kann euch leider mal wieder nicht sagen, wo wir genau waren – aber irgendwo in der Nähe von Les Halles und dem Centre Pompidou. Leider war es dann auf einmal sehr schwierig, wieder zu einer Metrostation zu finden. Schlecht, wenn man unbedingt den Nachtzug nach Toulouse erwischen muss.
Aber alles lief gut, wir haben zur Jugendherberge zurückgefunden und saßen ein paar Stunden später in dem Schlafwagen (obwohl nein – zum Sitzen war da wirklich nicht genug Platz!).

Les Halles Paris

So endete also unser Paris-Abenteuer: Auf dem Boden eines alten Zugs, in dem Fahrradabteil (da wir in dem Schlafabteil leichte Beklemmungsanfälle hatten) mit echtem Pariser Baguette und gesalzener Butter. Eigentlich der perfekte Weg, um diesen wirren, anstrengenden aber auch unglaublich aufregenden Tag ausklingen zu lassen…

Interrail in Paris: Mein Fazit

Ich persönlich fand Paris wunderschön und fast etwas besser als erwartet. Schließlich hatte ich schon von einigen Bekannten gehört, dass Paris nichts von dem Flair hat, das man sich erwartet und schlichtweg von Touristen überlaufen ist. Vielleicht haben wir einfach eine gute Reisezeit erwischt oder wir haben das nicht so stark wahrgenommen – mich hat die Stadt auf jeden Fall beeindruckt mit den vielen pompösen Sehenswürdigkeiten, dem Charme von Montmartre, den leckeren Crêpes und der schönen Sprache.

4 Comments

  1. Julia says:

    Oh Anna, diese Bilder!
    Du hast mir soooo Fernweh gemacht – und dabei war ich erst vor Kurzem in Prag! Wirklich ein toller Bericht, du hattest bestimmt eine schöne Zeit dort!

    Allerliebste Grüße,
    Julia

  2. Christine says:

    Mir ging das damals ähnlich. Das richtig wahre Paris, so wie ich es mir immer vorgestellt habe, fand ich vor allem in Montmatre. Das hat Charme und Zauber. Aber ansonsten ist Paris halt leider oftmals auch “nur” eine Großstadt. Mit Dreck und Menschenmassen. Die schönen Plätzchen muss man sich schon suchen. ^^

  3. Juliane says:

    Einen wirklich schönen Reisebericht hast du da verfasst.
    Ich selbst war schon einige Male in Paris und bin bisher immer wieder vom Charme dieser Stadt begeistert worden. Natürlich gibt es wie in jeder Großstadt auch in Paris Ecken, die einen nicht vom Hocker hauen *lacht*. Ich denke das ist ganz normal. Umso mehr freue ich mich, dass auch du noch ein paar schöne Ecken (die nicht ganz so touristisch wahren) entdeckt hast und vom Pariser Flair verzaubert wurdest.
    Ich habe jetzt auf jeden Fall wieder Lust mich in den Flieger zu setzen.

    Alles Liebe
    ? ? ?
    Juliane

  4. 4 Tage Budapest: Eindrücke, Tipps und ein Food Guide | ANNA-E says:

    […] ich in Budapest war, hat Katja einige Tage in Paris verbracht. In unserer aktuellen Podcastfolge sprechen wir darüber, wie wir unsere Städetrips […]

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