MONTAGSKOLUMNE: Immer (mal wieder) montags

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Montag. Um sachlich, kompetent wirkend und ohne einen “Ich brauch’ erstmal Kaffee”-Spruch einzuleiten, verweise ich zunächst ganz schuldeutschmäßig auf die Herkunft dieses Wortes, das im alltäglichen Sprachgebrauch ja eher mit einer etwas bitteren Note versehen ist. “Montag” soll laut Google anscheinend irgendetwas mit dem Mond und einer dazugehörigen Göttin zu tun haben und eine Namensidee aus dem Lateinischen sein. Also, so sehr ich dieses Fach in der Schule auch verabscheut habe, die guten, alten Römer hatten wohl schon damals etwas Wichtiges begriffen: Montag ist der Tag, an dem im Kopf Mond und Sterne Hauptsaison haben, an dem wir den Großteil unserer Zeit in Zombie-Manier und im Halbschlaf durch das Leben wandern. Sonne und Tageslicht sind etwas für das Wochenende.

Überhaupt, Montag. Wie einige Twitter-Ikonen immer mal wieder verraten, beschleicht sie die Angst vor demselbigen doch schon am Sonntagabend. Oder um es im besten Facebook-Slang auszudrücken: “Dieser Moment, in dem du realisierst, dass morgen Montag ist”. Dieser äußert sich in einem urplötzlich auftretendem Halskratzen und einem ganz deutlich spürbaren Temperaturanstieg. Da kann man nur hoffen, dass das mal kein Fieber ist – nicht, dass man den ganzen nächsten Tag noch im Bett verbringen muss.

Gibt man bei Google “Montag” ein, kommt wahrlich überhaupt nichts Gutes dabei heraus. Neben Wikipedia-Einträgen und einer Band, die sich nach diesem Wochentag benannt hat (soll einer mal diese Musiker verstehen…), kommentieren vor allem verzweifelte, überaus sarkastische Gifs mit vorzugsweise bemitleidenswerten Tierbabys die Bedeutung, die der Montag in unserer Gesellschaft hat.

Man merkt also sehr schnell, dass die Haltung gegenüber dem Wochenstart von einem Großteil unserer Bevölkerung tendenziell eher als negativ gewertet wird. Das “Wieso?” dahinter hat wohl verschiedene Hintergründe, die von A wie Arbeiten, über S wie Schlafentzug bis hin zu Z wie ZulautesWeckerKlingeln greifen.

Ich glaube ja, Montage werden auch nicht viel besser, wenn man seine Arbeit aus tiefstem Herzen liebt oder ein grundsätzlicher, überzeugter Workaholic ist. Ein Montagsimage, das bringt man nicht so leicht weg – da hilft auch die beste PR nichts. Da kann man noch so viele ermunternde Tierbabys in Aktion, überfröhliche Snapchatgurus oder jodelnde Einhörer aufs Feld schicken.
Montag wird nie der Tag sein für Blaubeer-Panacakes, das perfekte Outfit und ein Gesicht wie aus dem Ei gepellt. Montag ist für eimerweiße Kaffee, Boyfriendjeans und Hoodie und weitere sackartige Begleiterscheinungen unter halb geschlossenen Augen.

Und entgegen all der “Das Leben ist schön”-, “Seize the day”- oder “Füll dein Herz mit Sonnenschein”-Predigern: Das ist okay so. Im Montag steckt nämlich ganz schön viel Potential. Ziemlich sicher nichts von dem, das Erfolgsgeschichten schreibt, einen Marathon läuft oder schicke Cocktailparties schmeißt. Aber vielleicht das von lustigen Tollpatsch-Geschichten, kaffeeverschmierten weißen Blusen oder unangenehmen Begegnungen. Es muss ja auch einen Tag für solche Dinge geben.

Aus diesem Grund gibt es ab heute immer (mal wieder) montags eine Kolumne, die sich mit genau diesen Dingen beschäftigt. Mit nervigen Dingen im Alltag, seltsamen Verhaltensweisen unserer Gesellschaft oder stupiden Fragen des Schicksals. Lauter solche Sachen, über die man sich an einem Montag eben perfekt aufregen kann. Weil an Montagen Ironie auch mal Richtung Sarkasmus abrutschen darf und der Humor sogar mal eine Spur schwarz werden. Aber eins ist sicher: Die kommt ganz bestimmt erst NACH dem ersten Kaffee online.

4 Comments

    1. ANNA says:

      Danke <3

  1. Tabea says:

    Ich glaube, wenn wir an Montagen nicht wüssten, dass noch die ganze Woche vor uns liegt, dann wäre das alles gar nicht so schlimm… Meine Montage waren jetzt in der letzten Zeit gar nicht dramatisch, weil ich einfach frei hatte. Da kann man dann sogar mit perfekten Haaren, Grinsen im Gesicht und voller Motivation aufstehen… und für die Tage mit Arbeit und Montagsdingen gibt es ja, wie du bereits erwähnt hast, Kaffee! Und ein gutes haben selbst Montag-Montage auch: Irgendwann sind sie vorbei ;)

    Liebe Grüße

    1. ANNA says:

      Ja genau, das ist wahrscheinlich das Hauptproblem an den Montagen. Und natürlich kann einem auch an einem Montag alles gelingen, die große Liebe über den Weg laufen oder die Frisur ganz perfekt sitzen – die Wahrscheinlichkeit dafür ist nur irgendwie sehr gering, findest du nicht auch? ;)
      Ansonsten: Ja, Team Kaffee! <3

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