Cape Reinga – Am nördlichsten Punkt von Neuseeland

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Kaum hatten wir unseren Camper einigermaßen unter Kontrolle (alle anfänglichen Schwierigkeiten könnt ihr hier nachlesen), fuhren wir sehr weit Richtung Norden. Unser Ziel: Cape Reinga, der nördlichste Punkt von Neuseeland. Ein bekanntes Postkartenmotiv ist der einsame Leuchtturm, der ganz allein vor dem weiten Meer zu sehen ist.

Roadtripfeeling: Auf in den Norden

Circa drei Stunden lang fuhren wir von unserem letzten Campingplatz weg, meist über weite, kurvige Landstraßen.Irgendwann wurden die Straßen immer enger, die Felder noch weiter und die Menschen immer weniger. Letztendlich verabschiedete sich auch unser Handynetz und wir waren also abgeschieden von der Außenwelt.

In unserem kleinen Camper lief ein guter Song nach dem anderen, die Fenster hatten wir weit herunter gekurbelt und unsere Haare wehten in dem angenehmen Fahrtwind. Das Schönste: Nach jeder Kurve konnte sich die Landschaft von Grund auf ändern. Waren es gerade noch satte, grüne Wiesen, die neben uns vorbeizogen, warteten hinter der nächsten Biegung harte Felsen mit rotem Sand oder wilden Gräsern auf uns.

Und plötzlich war dort Wüste…

Als wir schon fast am Ziel waren, bog ich aus Versehen falsch ab. Letztendlich führte uns dieser Schotterweg mit Tausenden von Schlaglöchern (nicht sehr angenehm, wenn man seine ganze Küche dabei hat), zu den wunderschönen Sanddünen. Wir erwischten dabei auch die perfekte Zeit – am frühen Abend war das Licht noch wunderschön, der Sand aber nicht mehr ganz so heiß und die meisten Leute schon wieder weg. Leider hatte der Sandboardverleih nicht mehr offen und wir versuchten vergeblich, auf einer Plastiktüte die Sandberge hinunter zu rutschen. Glücklicherweise waren wie gesagt die meisten Menschen zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr da…

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Etwas später und von dem Schotterweg gut durchgeschüttelt, bog ich dann doch noch richtig ab. Auch, wenn ich mir hier im ersten Moment nicht ganz sicher war – der Weg war einspurig, mal wieder voller Schlaglöcher und ging sehr lange bergab.

Cape Reinga: Campen unter den Sternen

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Doch die Fahrt hatte sich gelohnt: Unten wartete ein wunderschöner Campingplatz auf uns – direkt am Strand und mit nur wenigen Menschen. Gut, die Duschen waren eiskalt und das Klo hatte weder Licht noch eine Spülung. Doch das war alles nicht so wichtig. Auch nicht, dass unsere Nudeln nicht im Ansatz durch gekocht waren, da das Gas durch den starken Wind immer aus ging. Oder dass wir die Zähne mit Taschenlampe über einem seltsamen Loch mit Wasserhahn darüber putzen konnten. Der Ausblick war so wunderschön und die Atmosphäre von diesem Ort noch viel mehr. In dieser Nacht sahen wir an dem klaren Himmerl übrigens so viele Sterne, wie noch nie zuvor in unserem Leben…

Am Morgen wachten wir mit der Sonne auf, direkt am Strand. Als wir die Campertür aufschoben, kam uns kühle, salzige Meeresluft entgegen und wir gingen barfuß am Strand spazieren. Anschließend aßen wir unser Müsli in unseren Campingstühlen direkt am Meer. Nur wir und dahinter nur noch unendliche, blaue Weite.

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Den besagten Leuchtturm sahen wir leider nicht, da wir etwas besorgt um unseren Tank waren, der sich stark dem Ende zu neigte. Trotzdem kann ich sagen, dass Cape Reinga unbedingt einen Besuch wert ist! Sicherlich ist es aber nur so schön, wenn man ein eigenes Auto hat und den Weg dorthin genießen kann. Besonders schön ist es natürlich, wenn man dort direkt übernachten kann – und die Sonne sowohl unter- als auch aufgehen sieht.

2 Comments

  1. Julia says:

    Wunderschön Anna!
    Ich würde euch ja so, so gerne begleiten!

  2. Caroline says:

    Ihr hattet nicht den Leuchtturm gesehen und wir nicht die Dünen, das hat uns letztendlich wirklich geärgert wir wussten irgendwie nicht wie wir da hinkommen sollten :D Aber Cape Reinga ist sicherlich schön ja! Vorallem zum Anfang :)

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