Rotorua: Zwischen Gestank und Faszination | Neuseeland

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Rotorua, im Reiseführer genannt als das kulturelle Zentrum Neuseelands und Urstätte der Maori, der Ureinwohner. Doch was uns fast noch mehr an diesen Ort lockte, waren die vielen Thermalquellen. Auf den Fotos leuchteten die Dämpfe in verschiedenen, neonfarbenen Nuancen auf und vernebelten die Umgebung auf sehr faszinierende Art und Weise.

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Und kaum fuhren wir in die Stadt hinein, wurden wir auch schon von ganz besonderen Düften begrüßt: Ein Mix aus verfaulten Eiern und ungewaschenen Füßen brannte sich nach und nach in unsere Nasen ein und begleitete uns beim Autofahren, Essen und später sogar beim Schlafen. Der Grund? Der Schwefel aus den Thermalgebieten ist an vielen Stellen der Stadt nur zu gut zu riechen und etwas weiter ländlich scheint es manchmal sogar plötzlich aus dem Boden zu dampfen (und damit auch zu stinken).

Rotorua: Urstätte der Maori

Allerdings schien Rotorua nicht nur besonders außergewöhnlich und faszinierend zu sein, sondern gleichzeitig auch ein wahnsinniger Touristenmagnet und damit mit hohen Preisen ausgestattet. Vielleicht lag es daran, dass wir es mittlerweile fast gewohnt waren, atemberaubende Landschaften sehen zu können, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müsse . Oder, dass uns die Massen an in Gruppen angereisten Touristen zu sehr abschreckte. Auf jeden Fall besuchten wir nicht das von allen Seiten angepriesene Te Puia, sondern suchten nach Alternativen, um die Stadt und ihre Umgebung etwas budgetfreundlicher erkunden zu können.

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Zuerst stießen wir auf ein Maori-Dorf, das keinen Eintritt verlangte und nicht weit entfernt lag. Auch, wenn es teilweise ein wenig ausgestorben erschien, konnten wir einen tollen Einblick in die Kultur der Ureinwohner bekommen. Ein paar Dollar ließen wir trotzdem dort, da uns zwei kleine Mädchen ein traditionelles Lied der Maori vorsangen. Von den beiden habe ich leider kein Bild gemacht, aber sie waren wirklich sehr süß.

Wai-O-Tapu: Thermal Wonderland

Am nächsten Tag fuhren wir zu einem anderen Thermalgebiet, das uns oft empfohlen worden war: Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland. Hier entschlossen wir uns doch, den (mit 30$ nicht ganz so hohen) Eintrittspreis zu zahlen. Schließlich wollten wir die berüchtigten Thermalquellen auch gerne einmal von nah sehen und nicht nur ihren Gestank eingeatmet haben. Und tatsächlich war es sein Geld wert: Ein faszinierender Rundgang führte vorbei an dampfenden Schlammlöchern, leuchtenden Geysiren und anderen bunt leuchtenden Thermalen. Diese trugen Namen wie “The devil’s bath” oder “Inferno”.rotorua-thermal-wonderland3

Der Mittelpunkt des Parks ist der sogenannte Champangerpool. Aus einem Becken aus rötlichem Gestein, steigt hier leicht türkiser Nebel in die Luft und umhüllt die ganze Umgebung. In dem Becken blubbert es leicht und erinnert mit dem britzelnden Geräusch wirklich an frisch eingeschenkten Champagner.rotorua-thermal-wonderland1

Die Landschaft in Rotorua unterschied sich wieder einmal komplett von allem, was wir davor in Neuseeland bestauen durften. Rötliches Gestein und natürlich die faszinierenden Thermalgebiete waren sehr beeindruckend und ein starker Kontrast zu den grünen Wiesen oder weiten Stränden.

Fazit: Rotorua – stinkende Schönheit

Mich haben die Thermalgebiete in Rotorua sehr beeindruckt und sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Allen, die sich allerdings auch nur auf eine kostenpflichtige Attraktion beschränken möchten, kann ich das “Thermal Wonderland” wirklich sehr ans Herz legen.

 

3 Comments

  1. Krissisophie says:

    Wie schön! Ich finde es so unglaublich faszinierend, was die Natur alles zu bieten hat. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissisophie von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  2. Tabea says:

    Das klingt wirklich nach einem interessanten Ort. Gewöhnt man sich denn an den Geruch mit der Zeit, oder tritt der stoßweise auf?
    Ich mag ja eigentlich auch keine touristenüberlaufenen Orte, daher kann ich gut verstehen, dass ihr eine Alternative gesucht habt. So ein Ureinwohnerdorf stelle ich mir doch ganz spannend vor.
    Bei Sehenswürdigkeiten überlege ich mir auch vorher zwei Mal, ob sie mir mein Geld wert sind. Ich weiß auch nicht, woran das liegt…
    Liebe Grüße

  3. Märchenkind says:

    Es ist echt schade, dass man in solchen Gebieten immer so unglaublich viel Geld da lassen muss, aber eure Lösung klingt eigentlich am besten, sich ein nicht so überlaufenes Dorf anzuschauen hat bestimmt eh mehr Charme, als wenn man nur von anderen Touristen umgeben ist. Obwohl es schon auf den Fotos so aussieht, als hätte sich das Thermal Wonderland gelohnt – türkiser Nebel klingt schon genial genug.
    Ich wünsch euch weiter noch eine wunderbare Zeit!

    Alles Liebe,
    Mara

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