Unsere On-Off-Beziehung

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Leser, die meinem Blog schon länger folgen, kennen das bereits: Es gibt Phasen, in denen kein Text und auch sonst fast kein Wort von mir kommt. Und auf einmal fange ich wieder an, mit einem neuen Eintrag. Für diese Unregelmäßigkeit möchte ich mich auch gar nicht rechtfertigen – das gehört hier wohl mittlerweile dazu. Vielmehr soll das ein persönlicher Text darüber werden, wie Online und Offline, Freizeit, Uni und Beruf, Freunde und Familie vereinbar sind. Oder manchmal eben auch nicht. Weil ich darauf oft selbst keine gute Antwort geben kann und das genau darin endet: der On-Off-Beziehung auf diesem Blog. Oder vielmehr der On-Off-Beziehung zwischen Online und Offline.

Die beste Strategie, die ich mittlerweile für mich gefunden habe: Sobald mir alles zu viel wird, schiebe ich so viele Aufgaben weg wie möglich, sage sie ab oder verlege sie weit nach hinten. Das ist für mich oft sehr schwer, weil ich niemanden enttäuschen möchte und doch gleichzeitig weiß, dass ich genau diesen Abstand brauche. Zunächst klingt das zugegebenermaßen auch nicht sehr effektiv – aber genau das ist so wichtig für mich, um Zeit zu schaffen. Zeit, um mich zu sortieren, meine Termine und Ziele zu ordnen – und dann wieder anzufangen. Mit mehr Energie und weniger Druck.

Immer wieder neu anfangen – mit mehr Energie und weniger Druck.

Genau das habe ich in den letzten Tagen versucht und nun gerade ein paar freie Stunden und Lust zu schreiben. Generell hatte ich in letzter Zeit sehr oft das Gefühl, dass gerade so viel in der Welt passiert, zu dem ich gerne meine Meinung mit euch teilen würde und vor allem auch gerne eure Meinungen dazu hören möchte – doch irgendwie wurde es mir einfach alles zu viel und zu groß. Die Bilder der Kinder an der amerikanischen Grenze, Trumps Austritt aus dem UN-Menschenrechtsrat, der Unionsstreit und immer wieder Reden der AfD im Bundestag, die es mir kalt den Rücken herunterlaufen lassen.

Ich möchte hier weder eine pessimistische Grundeinstellung verbreiten noch die Auffassung, dass wir ja sowieso nichts tun könnten in einer Welt aus “elitären Machtgefügen”. In den Artikeln, die ich hier veröffentliche, möchte ich vielmehr mitgeben, dass man etwas tun kann, dass wir aktiv mitgestalten können und dass Information, Wissen und eine eigene Meinungsbildung allein schon zu einer gesunden Demokratie beitragen. Aber all das klingt häufig viel zu theoretisch, nicht greifbar. Stattdessen scheint es so viel leichter, im Alltag von all diesen Schlagzeilen wegzudriften – weil es so oft zu viel und zu groß wird.

Abgesehen davon weiß ich manchmal nicht genau, wie ich politische Inhalte für euch am besten darstellen soll: Als Kommentare mit meiner Meinung? In den meisten Themen bin ich persönlich schließlich kein Experte und möchte euch auch keine Richtung für eine bestimmte Meinung vorgeben, sondern jeder Person selbst das Denken überlassen. Oder lieber als informative Texte, die eine Thematik zusammenfassen? Das findet ihr ja allerdings auch auf den gängigen Nachrichtenportalen. Wenn ihr etwas Zeit und Lust habt, schreibt mir sehr gerne eine Mail, einen Kommentar oder eine Nachricht, welche Inhalte ihr euch am meisten wünschen würdet. 

Über dieses Thema haben Katja und ich auch in unserem neuesten Podcast gesprochen – über den Umgang mit stressigen Phasen und der großen Schwierigkeit, wie man selbst seine Prioritäten setzen kann. Außerdem geht es auch ein bisschen um Selbstliebe und das idealisierte Körperbild der Frau. Wenn ihr in diese Folge reinhören möchtet, findet ihr sie wie immer auf iTunes und SoundCloud.

Mit diesem Text, einem kurzen Lebenszeichen von mir, wollte ich euch auch zeigen, dass es hier weitergeht. Unregelmäßig, aber ohne endgültige Trennung. Denn das hier ist eigentlich vielmehr die große Liebe mit Hindernissen, als eine simple On-Off-Beziehung.

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6 Comments

  1. pia says:

    toller post liebe anna ? liebe deine texte!!

    1. ANNA says:

      Danke, liebe Pia <3

  2. Christian says:

    Also ich persönlich fände rein Informative Texte irgendwie zu sachte. Auch wenn du natürlich Recht hast, dass du deine Meinung nicht als absolut richtig stehen lassen willst, ist es doch eigentlich der Grund warum ich persönlich den Blog gern lese. Wenn du mit beidem (persönlicher Kommentar / Infotext) nicht so recht zufrieden bist, teste doch Mal einen Mittelweg: das (politische) Thema wird recht kurz sachlich angerissen und von beiden Seiten beleuchtet und dann im Anschluss oder im Vorhinein oder zwischendrin kannst du deine Seite zum Besten geben. So kann klar zwischen Fakten und deiner Meinung getrennt werden und trotzdem geht der persönliche Charakter nicht komplett verloren. Andererseits hatte ich mit deinem Stil bis jetzt absolut kein Problem, solange er authentisch ist, finde ich es angenehm zu lesen. Man kann, wie ich finde, bei deinen Texten bis jetzt immer sehr gut deinem Gedankengang folgen und liest gerade bei Themen die dir besonders wichtig sind deine Bewegtheit raus. Da du ja meintest :”In den Artikeln, die ich hier veröffentliche, möchte ich vielmehr mitgeben, dass man etwas tun kann, dass wir aktiv mitgestalten können[…]”, würde mir jetzt schon noch was einfallen, was mir so ein kleines bisschen fehlt: Eben solche konkreten Vorschläge, am besten an einem reellen Beispiel erklärt. Ich bin mir bewusst, dass es zu vielen Fragen, die du hier stellst einfach gar keine “beste” Antwort gibt, dennoch würde ich mir zu deinen Themen immer noch einen persönlichen Lösungsvorschlag – ganz praktisch erklärt – wünschen. Ich sehe aber ein, dass das leichter gesagt als getan ist.

    Was ganz anderes Mal, rein aus Interesse:
    Wie gehst du damit um, dass du und deine Freunde in unserem Alter nach aktuellem Stand keine bedeutsame Rente bekommen können? Ich bekomme so den Eindruck, dass viele gar nicht drüber reden wollen. Ist auch nicht gerade das aller coolste Thema.

    1. ANNA says:

      Hi Christian,
      danke für deinen Kommentar, das hilft mir sehr weiter! Freu mich über deine Vorschläge :)
      Nehm das Rententhema auch für einen kommenden Artikel auf.

      Liebe Grüße! :)

  3. Katja Heinemann says:

    Ich freue mich immer jedes Mal auf ein Neues, wenn du wieder da bist <3

    1. ANNA says:

      <3

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